Smileys im Job :-) wirken inkompetent

Smileys sieht man in geschäftlichen E-Mails immer häufiger. Wenn man den Empfänger nicht persönlich kennt, sollte man sie sich aber lieber verkneifen, zeigt eine neue Studie.
Mi, 4. Okt 2017

trauriger SmilieEin Sprecher gestikuliert, macht vielleicht ein spöttisches Gesicht oder verstellt die Stimme: In der gesprochenen Kommunikation gibt es mehr als die Information, die der reine Text transportiert. In geschriebener Kommunikation fehlt das - und Smileys können dabei ein wenig helfen.

Zum Beispiel liest sich sachliche Kritik als reiner Aussagesatz oft schroff. Wer ein Smiley dazusetzt, signalisiert: Ist wirklich nicht böse gemeint, unser persönliches Verhältnis ändert sich dadurch nicht. Die harte Aussage bekommt ein Zeichen der Wärme mit, sodass der Empfänger sie leichter annehmen kann.

So zumindest denken sich das viele. Es könnte aber sein, dass das gar nicht stimmt. Zu diesem Schluss kommen Wissenschaftler der israelischen Ben-Gurion-Universität in einer Studie. Demnach beeinflusst ein Smiley viele Geschäftsbeziehungen nämlich anders an als gedacht.

Anders als bei einem wirklichen Lächeln kann ein Smiley nicht Wärme und Freundlichkeit vermitteln. Dagegen wird der Absender als weniger kompetent wahrgenommen. So kehrt sich die Wirkung eines Lächelns praktisch um.

Mails nicht mit Emoticons überladen  

Ursprünglich wurde das Smiley sogar für Firmenzwecke erfunden: Eine Versicherungsgesellschaft in Ohio hatte Anfang der 1960er-Jahre die kleine Werbeagentur von Harvey Ball beauftragt, Ansteckbuttons für die Angestellten zu gestalten. Diese waren in den Monaten zuvor immer lustloser zur Arbeit erschienen. Die Buttons sollten sie wieder motivieren. Ball zeichnete zwei Punkte und eine nach oben geschwungene Linie, das erste Smiley. In der Versicherungsgesellschaft funktionierte die Mitarbeitermotivation damals.

Den gleichen Effekt können Smileys auch heute noch haben. Allerdings sollte man die Verwendung von Symbolen immer vom Empfänger abhängig machen. Wenn man einem Kollegen schreibt, dem es gerade privat nicht gut geht, kann ein Smiley am Ende der Nachricht durchaus aufmuntern.

Vor allem sollten Mails nicht mit zu vielen zwinkernden oder traurigen Gesichtern überladen werden: Je mehr Smileys man selbst verwendet, desto größer die Gefahr, dass der Adressat die Symbole gar nicht kennt und viel zu lange braucht, um die Bedeutung dahinter zu verstehen. Dann hat das Smiley seinen eigentlichen Sinn verfehlt: schnell und einfach Emotionen zu vermitteln.

Dass manche Emoticons, wie die Symbole auch genannt werden, nicht verstanden werden, ist nicht unwahrscheinlich. Die Bandbreite ist mittlerweile schier grenzenlos. Es gibt unzählige Varianten der klassischen Smileys, bis hin zu regelrechten Bildchen, die nur aus Zeichen bestehen und dem Smiley-Gesicht zum Beispiel einen Partyhut aufsetzen oder ihn mit einer Brille verzieren.

Ironie statt

Zwinger SmilieDie große Anzahl an Symbolen führt man vor allem auf die anfängliche Euphorie der Smiley-Nutzer zurück: Als es etwas Neues war, hat man sich gerne ausprobiert und mit den Zeichen gespielt. Eigentlich sind die Emoticons gar nicht nötig. All die Gefühle, die diese Gesichter transportieren, könnten genauso gut mit anderen rhetorischen Stilmitteln ausgedrückt werden: Eine ironische Bemerkung ersetze dann zum Beispiel das häufig verwendete 

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Im Zweifelsfall kommt die reine Text-Mail sowieso besser an als die von Symbolen durchsetzte. Manchmal werde von der Sprachkompetenz nämlich auf andere Kompetenzen geschlosse. Wie bei starkem Dialekt oder vielen Rechtschreibfehlern könne es sein, dass einem Mitarbeiter, der inflationär Smileys verschickt, weniger zugetraut wird. Wer sich unsicher ist, sollte daher lieber auf die klassische E-Mail setzen.

Fazit: Kompromissbereit, in dem was man empfängt, aber konservativ bei dem, was man selbst verschickt, lautet ihre Faustregel.
Das Smiley   kann man sich ja für den Feierabend aufheben.

 

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